🍲 Was du zu Binge Eating & dem Thema Emotionales Essen wissen solltest

10. Mai 2018

Binge Eating – Emotionales Essen mit „schwerwiegenden“ Folgen

Im ersten Gastartikel von Frédéric Letzner geht es um das Thema emotionales Essen und Binge Eating.

Binge Eating – der fehlgeleitete Heißhunger

Nachdem ich fast 10 Jahre lang Ernährungswissenschaften studiert habe, musste ich im Anschluss schnell erfahren, dass das ganze Wissen rund um Ernährung, sobald es um Verhaltensänderung geht, nicht relevant ist. Dies war eine durchaus schmerzhafte Erkenntnis, mit welcher ich auch heute vielen Menschen auf die Füße trete. Inzwischen darf ich demnach hinter die Kulissen schauen und die Psyche des Ernährungsverhalten beleuchten.

Binge Eating und Emotionales EssenDenn schließlich kann sich inzwischen jeder denken, dass Ernährung und Emotionen mehr zusammenhängen, als uns lieb ist. Genau wie Fingernägel-kauen oder Daumen-Nuckeln, so hat offensichtlich auch unser Ernährungs- und Trinkverhalten eine beruhigende und emotionale Funktion. Jeder Mensch hat nun mal  Verhaltensweisen, welche immer dann gehäuft auftreten, wenn es ihm schlecht geht. Nicht zuletzt gibt es diese Begrifflichkeiten der „Nervennahrung“ und des „Stressessens“, welche diesen Zusammenhang sehr nachvollziehbar erläutern.

So wäre es sehr spannend zu beobachten, wie es uns geht, wenn wir dem emotionalen Heißhunger mal nicht nachgehen würden.

Sofern der Drang zur Nahrungsaufnahme nicht durch „Hunger“ ausgelöst wird, so kann von emotionalem Hunger ausgegangen werden. Denn wenn Hunger nicht das Problem ist – so ist Essen nicht die Lösung. Die größte Herausforderung ist an dieser Stelle wohl das bewusst machen des emotionalen Essens. Anzeichen für emotionales Essen ist zum Beispiel, wenn man häufig über sein Sättigungsgefühl hinaus ist oder wenn man schnell wieder vergisst, was und wann man überhaupt gegessen hat. Je unbewusster das Essverhalten ist, desto wahrscheinlicher ist es emotional gesteuert. Das ist oftmals der direkte Weg zum Übergewicht.

Warum emotionales Essen wichtiger als Training sein kann

Die Relevanz des emotionalen Essens ist vermutlich wesentlich relevanter als viele andere Themen, die im Bereich der Gewichtsreduktion diskutiert werden. Während viele Menschen verzweifelt nach „der perfekten Ernährung“ suchen, so ist Körperwahrnehmung und Genussfähigkeit wahrscheinlich wesentlich wichtiger und führt langfristig zu einem gesunden Normalgewicht.  

Die verzweifelte Suche nach „der gesunden Ernährung“ ist scheinbar sogar kontraproduktiv. Das Kategorisieren in „gesund“ und „ungesund“ ist eine Form des „Schwarz-Weiß-Denkens“ welches im Bereich des Essverhaltens nach Hinten losgeht. Insbesondere die Genussfähigkeit nimmt stark ab, wenn Lebensmittel derart in „Richtig“ und „Falsch“ einsortiert werden. Das selbstverurteilende schlechte Gewissen bei „ungesundem“ Essen, als auch das Gefühl von Kontrolle bei „gesunden“ Essen sind zwei Merkmale, die zu gestörtem Essverhalten führen können und nicht zielführend sind. Ein wertschätzender und genussvoller Umgang mit Essen, ist tendenziell der „gesündeste“ Form der Ernährung.

Wenn wir nur dann Essen würden, wenn wir wirklich Hunger haben und wenn wir aufhören würden zu Essen wenn wir satt sind, dann bräuchten wir uns vermutlich garnicht über Nährstoffe und Lebensmittel zu unterhalten.

Demnach dürfen wir beim Essen wieder mehr auf unser Körpergefühl achten und uns mehr und mehr von unserer verkopften Herangehensweise lösen. Wir dürfen lernen, etwas auf dem Teller liegen zu lassen, wenn wir Sättigung spüren, bewusst langsam zu Essen und ohne schlechte Gewissen zu genießen. Bon Appetit.

 

Frédéric Letzner Binge Eating und emotionales Essen

 

Liebe Grüße

Frédéric Letzner

 

Frédéric Letzner studiert aktuell Ernährungspsycvhologie und ist als Ernährungsberater und Fitness-& Gesundheitstrainer sowie Speaker aktiv.

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Hinweis

Alle hier veröffentlichten Empfehlungen sind nach bestem Wissen und Gewissen erwogen und geprüft. Sie sind nur für gesunde Erwachsene gedacht, die älter sind als 18 Jahre. Keiner der hier veröffentlichten Artikel kann einen Ersatz für individuellen medizinischen Rat bieten. Bitte konsultiere stets einen Arzt, bevor Du mit einem oder mehreren der hier vorgestellten Trainings-, und/oder Ernährungsprogramme beginnst. Dies gilt besonders dann, wenn Du in der Vergangenheit bereits Beschwerden gehabt haben solltest oder Verletzungen vorlagen.


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