Die 5 wichtigsten Schritte die du bei einem Bandscheibenvorfall BWS tun musst

27. Juni 2017

„Verdammt ich habe wahrscheinlich einen Bandscheibenvorfall BWS“

„Dabei meinte der Arzt, die wären super selten! Warum passiert immer mir sowas?“

Wenn du dich gerade diese oder vergleichbare Sätze und Fragen murmeln hörst / schon einmal ähnliche Sätze gesprochen hast, bist du in diesem Artikel goldrichtig.

Denn in diesem Artikel geht es um Bandscheibenvorfälle im BWS – Bereich. Was das ist und wie es jetzt weitergeht, damit setzen wir uns im Folgenden auseinander.

Wenn du mehr zum Thema Bandscheibenvorfall wissen möchtest, empfehle ich dir meinen Übersichtsartikel. Wenn du mehr zu Bandscheibenvorfällen der BWS oder der LWS wissen möchtest, bist du hier (Bandscheibenvorfälle der HWS) bzw. hier (Bandscheibenvorfälle der LWS) richtig. (Dort erfährst du auch, wofür diese Kürzel stehen 😉

Fangen wir also an, in diesem Artikel werde ich u.a. folgende Themen näher beleuchten:

  • Wofür steht das Kürzel „BWS“?
  • Was sind die Symptome vom „Bandscheibenvorfall BWS“?
  • Was sind die Ursachen eines BWS-Bandscheibenvorfalls?
  • Wie behandelt man einen BWS-Bandscheibenvorfall?
  • Wie kann man einem Bandscheibenvorfall BWS am besten vorbeugen?
Artikelserie zum Thema Bandscheibenvorfall

Und wie immer findest du im Artikel das Thema des heutigen Artikels zusammengefasst und visuell aufbereitet als Infografik zum Thema.

Wofür steht das „BWS“ in „Bandscheibenvorfall BWS“?

Bandscheibenvorfall BWSBWS steht für das B, das W und das S in „Brust – Wirbel – Säule“. Es ist also keine klassische kryptische Abkürzung von eloquenten Medizinern sondern vielmehr eine reine Zusammenfassung zum Vereinfachen.

Die Brustwirbelsäule erstreckt sich dabei vom Wirbel Th1 bis zum Th12 und umfasst damit ungefähr die mittleren zwei Fünftel deiner Wirbelsäule.
Das „Th“ steht übrigens für „thoracic vertebrae“ – auf deutsch: „Brustwirbel“. Und genau um die geht es dabei auch.

Aus dem Grund dieser Herleitung wird der Bandscheibenvorfall BWS auch thorakaler Bandscheibenvorfall genannt.

Etwa 1-5% aller Bandscheibenvorfälle betreffen diesen Bereich.

Bandscheibenvorfall BWS – Die Symptome

Bei den Symptomen eines BWS Bandscheibenvorfalles gibt es eine lange Liste mit Möglichkeiten die infrage kommen:

  • Ringförmig über den Brustkorb ausstrahlende Schmerzen (welche wie eine Strickleiter über die Rippen bis zur Brust strahlen können)
  • Schmerzen welche zwischen den Schulterblättern wahrgenommen werden
  • Dumpfe, drückende / ziehende, auch hämmernde Schmerzen im umgebenden Bereich der Brustwirbelsäule (Oftmals atem- und/oder bewegungsverknüpft, da dieser Wirbelsäulenteil mit den Rippen verbunden ist)
  • Die Brustwirbelsäule umliegende Muskelpartien im oberen Rücken sind verhärtet und schmerzhaft
  • Störungen der Motorik & Sensibilität, also z.B. des Greifens & Fühlens
  • Schmerzen in Hals, Armen oder Händen (beim z.B. lachen, husten oder niesen)
  • Taubheit & eingeschränkte Beweglichkeit von Gliedern
  • Atemblockaden, selterner Erstickungsangst
  • Ein Kribbeln auf der Haut als Vorbote der Taubheit
  • Lähmung einzelner Körperbereiche
  • Stärkere Schmerzen im Liegen & Sitzen als im Stehen & Gehen
  • Verschiedene Kombinationen der Symptome können sowohl ein- als auch beidseitig auftreten
  • Dabei gilt: Je stärker das Nervengewebe um den Bandscheibenvorfall verletzt ist, desto stärker die Symptome
  • Kontinenzschwäche
  • „Enge“ im Bruskorb, Herzstechen & Herzrasen

Es können dabei auch Kombinationen verschiedener Symptome auftreten.

Wichtig dabei: Viele der Symptome können auch anderen Krankheitsbildern zugewiesen werden, daher ist eine umfassende Diagnose & Differentialdiagnose unerlässlich!

Und versuche niemals den Schmerz zu forcieren um zu schauen ob du weitere Symptome provozieren kann!

Dies kann u.U. sehr gefährlich sein!

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Unter anderem folgende Fragen werden beantwortet:

  • Was ist ein Bandscheibenvorfall? Und was nicht?
  • Welche Arten von Bandscheibenvorfällen gibt es? Und wie finde ich heraus welche ich möglicherweise habe?
  • Anhand welcher Symptome kann ich herausfinden, ob ich einen Bandscheibenvorfall habe?
  • Wie laufen Diagnose und Differentialdiagnose ab?
  • Welche Möglichkeiten habe ich außer einer Operation im Ernstfall? Wann ist welche angebracht?
  • Wie beuge ich Bandscheibenvorfällen vor? Was muss ich tun, wenn ich bereits einen hatte?
  • Und vieles mehr.

Gründe für Bandscheibenvorfälle der BWS

Die Liste mit Ursachen eines Bandscheibenvorfalls der BWS sind ähnlich lang wie seine Symptome. Denn aufgrund der Position dieser Verletzung kommen auch hier wieder verschiedenste Kandidaten infrage:

  • Blockaden im Brustwirbelsäulenbereich
  • Abnutzungserscheinungen
  • Missbildungen (Angeboren wie auch erworben)
  • Fehlhaltungen
  • Fehlbelastungen
  • Entzündungen
  • Verletzungen wie Stürze & Fehlheben
  • Tumore & Metastasen
  • Osteoporose

Neben dem Ort  ist auch der Aufbau dieses Wirbelsäulenabschnitts wichtig. Denn die Bandscheiben der Brustwirbelsäule werden von oben nach unten größer. Zugleich sind die Bandscheiben der BWS im Vergleich zur Höhe der Wirbelkörper flacher als die der HWS (Halswirbelsäule).

Dies führt zu einem vergleichsweise engen Wirbelkanal.

Dieser ist anfälliger für Verletzungen da er kaum Raum lässt zwischen Rückenmark & Knochen.

Durch die bananenförmige Wölbung nach hinten außen ist die Brustwirbelsäule außerdem enormen Belastungen ausgesetzt.

Denn der schwere Kopf welcher durch Fehlhaltungen von Computer & Smartphone in ungünstigen Haltungen belassen werden muss, drückt sehr stark auf diesen Wirbelsäulenteil.

Wenn du verstehen möchtest, wieso das schnell zu Verletzungen führt, versuche einmal deinen ausgestreckten Finger einzudrücken. Das ist gar nicht so leicht, was?

Nun versuche selbiges mal mit deinem Finger wenn du ihn wie eine Piratenkralle hältst. Du wirst sehr schnell merken, dass er wegknickt als wäre es nichts.

Und genau diese Gefahr besteht bei der Brustwirbelsäule.

Die Diagnose

Die Diagnose geht bei dem Bandscheibenvorfall BWS meist durch 2 Methoden vonstatten:

  1. Durch simples ansehen des betroffenen Bereiches mit einem geschulten Auge. Denn sehr oft kommt der Verletzte mit gut sichtbaren Haltungsfehlern zum Arzt.
  2. Zur Bestätigung / zum Ausschluss kommen wie bei allen Bandscheibenvorfällen oft das MRT und je nach Fall andere bildgebende Verfahren hinzu. Auf den dadurch entstehenden Bildern ist der Bandscheibenvorfall oft recht gut zu sehen.

Je nachdem, wie sicher sich der behandelnde Arzt nach diesen beiden Schritten ist, kommt eine Differentialdiagnose zur Ergänzung und Unterstützung zum Einsatz.

Dabei werden mögliche alternative Erklärungen für die Beschwerden ausgeschlossen.

Diese können zum Beispiel andere Verletzungen sein, Tumore, Fehlhaltungen, muskuläre Dysbalancen etc.

Die Sicherheit der beiden Diagnoseformen steht und fällt auch und vor allem mit der vorher durchgeführten Anamnese, dass heißt mit der Aufnahme aller relevanten Informationen zur Verletzung.

Darunter fallen u.a. die Krankheitsgeschichte, ähnliche Vorerkrankungen in der Familie und andere bereits erlittene Verletzungen & Vorerkrankungen.

Die Behandlung

Die Behandlung eines Bandscheibenvorfalles BWS erfolgt sehr ähnlich der aller anderen Bandscheibenvorfälle. Grundlegend kann zwischen drei Optionen unterschieden werden:

  1. Die konventionelle Therapie
  2. Die Alternativmedizin
  3. Die operative Behandlung

Bei der konventionellen Therapie werden einerseits Medikamente genutzt, um Schmerzen zu lindern, Verspannungsherde und ggf. Entzündungen aufzulösen und Fehlhaltungen zu umgehen.

Und andererseits, je nach Fall, zusätzliche Kälte, Wärme, Krankengymnastik, Rehabilitationssport und Massagen angewendet um langfristigen Erfolg und Schmerzfreiheit zu garantieren.

Die Alternativmedizin nutzt Mittel wie Akupunktur und homöopathische Konzepte zur Therapie. Diese sind selten wissenschaftlich fundiert und überprüft und sollten daher prinzipiell gut vor dem Einsatz individuell abgewogen werden.

Zu guter Letzt bleibt die operative Behandlung. Hierzu direkt vorweg ein Wort der Warnung: Bandscheibenvorfälle der BWS, die operativ behandelt werden müssen, sind verhältnismäßig selten.

Bei großen Bandscheibenvorfällen welche sehr starke Einschränkungen wie z.B. Querschnittslähmungen auslösen sind diese allerdings meist unerlässlich.

Als Faustregel kann man hierbei sagen: Wenn der Bandscheibenvorfall der BWS auf Nerven und/oder Rückenmark drückt, sollte wahrscheinlich operiert werden. Aber auch hier gilt wie immer: Pauschale Aussagen lassen sich nicht treffen. Der Einzelfall entscheidet. Immer.

Es gibt verschiedenste Methoden der Operation, welche den Umfang des Artikels beiweitem sprengen würden, in jedem Fall gilt ohnehin: bespreche das Vorgehen mit dem Arzt & wägt gemeinsam die Optionen ab.

Fazit

Der Bandscheibenvorfall BWS ist der vermutlich komplexeste der drei Arten von Bandscheibenvorfällen. Er ist in allen betrachteten Bereichen aufgrund seines Aufbaus speziell. Sowohl seine Symptome, seine Ursachen, als auch seine Behandlung sind aufgrund seiner Anatomie noch stärker individuell zu betrachten als die anderen beiden Fälle.

Aus diesem Grund emphielt sich hier umsomehr eine erhöhte Achtsamkeit und Vorsorge.

Auf der positiven Seite ist festzuhalten, dass die wenigsten Bandscheibenvorfälle an der BWS vorfallen.

Und vor allem das hier wie immer bereits einfache und oftmals kaum wahrnehmbare Veränderungen im Alltag massiv helfen können dieser Verletzungsart vorzubeugen.

Das bedeutet zusammengefasst, die wichtigsten Punkte zum Bandscheibenvorfall BWS sind:

  1. Er tritt ausschließlich in der Brustregion auf

  2. Verschiedene Schmerzarten können darauf hinweisen

  3. Die Diagnose ist relativ einfach und klar

  4. Es gibt drei verschiedene Behandlungsmöglichkeiten

  5. In den seltensten Fällen ist eine Operation nötig!

Wie ist das bei dir? Hattest du schon mal einen Bandscheibenvorfall BWS? Oder einen anderen? Was hat dir geholfen? Konnte dir mein Artikel helfen? Schreib es mir gern in die Kommentare, ich bin gespannt 🙂